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Offener Brief

An alle Studierende, in der Verwaltung tätige und Lehrende der Universität
Leipzig,

am Dienstag, den 28.02.2012 um 14 Uhr soll in der Fakultätsratssitzung der Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften zur Abstimmung gebracht werden, ob die Neuimmatrikulation im Bachelor und Master Studiengang Ethnologie für das Wintersemester 2012/13 ausgesetzt werden soll.

In der Einladung zu dieser Sitzung wird behauptet, dass das Institut aufgrund der geplanten Kürzung von einer Stelle keine adäquate Betreuung der Studierenden gewährleisten kann. Aus Fairness gegenüber den StudienbewerberInnen sei die Aussetzung der Immatrikulation notwendig.

Diese Aussage entspricht allerdings nicht der Realität.
Die Mitarbeiter des Instituts sehen die Lehre weiterhin gewährleistet, wenn man sich regional auf zwei Schwerpunkte konzentrieren würde, was in diesem Fall Lateinamerika und der Nahe- und Mittlere Osten wären. Wobei hier im bundesweiten Vergleich noch immer ein sehr gutes regionales Angebot geboten werden würde, im Vergleich: Halle drei Professuren und drei Regionen, Leipzig eine Professur und zwei Regionen.

Entgegen der vorgebrachten Begründung, gebietet es gerade die vom Dekan angeführte Fairness gegenüber den derzeitigen Bachelor Studierenden, dass die Möglichkeit zum Master Studiengang erhalten bleibt. Eine Aussetzung der Master Immatrikulation würde ihnen die Chance verwehren, ihr Studium in Leipzig und damit in ganz Sachsen fortzusetzten. Das wäre in hohem Grade unfair.

Ferner stellt der Wegfall zukünftiger Ethnologie Studierender einen massiven Verlust für die gesamte Universität dar. Die Ethnologie bietet momentan 418
Wahlbereichsplätze an, die an die Studierendenzahl des Faches gekoppelt sind. Weniger Ethnologie Studierende bedeutet weniger Wahlmöglichkeit für alle Studierenden in der Geistes- und Sozialwissenschaften. Dies ist zum Nachteil der Qualität von Studium und Lehre der gesamten Universität Leipzig, die sich durch ihre Fächervielfalt auszuzeichnen versucht.

Sollte die Entscheidung zur Aussetzung der Neuimmatrikulation getroffen werden, könnte das der Anfang einer Reihe von Entscheidungen sein, die darin gipfeln, dass das Institut geschlossen wird. Wir die Studierenden des ältesten ethnologischen Instituts in ganz Deutschland und des einzigen in Sachsen, kämpfen für den Erhalt unseres Studienganges.

Unsere Situation steht im Kontext der landesweiten Kürzungen an den Universitäten und Hochschulen. Die Studierenden der Ethnologie in Leipzig solidarisieren sich mit allen Studierenden des Landes Sachsen gegen die geplanten Kürzungen in der Bildung.

Mit freundlichen Grüßen

Die Studierenden der Ethnologie in Leipzig