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Kompromiss bei der Fakultätsratssitzung

März 1, 2012

Für all diejenigen, die nicht anwesend sein konnten, oder die der verworrenen, unter Zeitdruck und politischen Druckstrategien abgehaltenen Sitzung trotz Anwesenheit nicht recht folgen konnten,

ein kurzes Resumée: Es sollte abgestimmt werden, ob die Immatrikulationen für den BA- und MA-Studiengang Ethnologie zum Wintersemester 2012/13 ausgesetzt werden. Darüber wurde allerdings nicht abgestimmt. Stattdessen stimmte der Rat über einen erst ganz am Ende unter Zeitdruck vorgebrachten Kompromissvorschlag des Dekans ab. Darin hieß es, dass der NC angepasst werden solle und dass unsere derzeit vier regionalen Schwerpunkte auf die zwei Kernregionen Lateinamerika und Nah & Mittel Ost reduziert werden. Diesem Vorschlag wurde vom Fakultätsrat zugestimmt. Die Regionen Mittelasien und Afrika werden folglich in Zukunft wegfallen, der NC wird angepasst, eine Aussetzung der Immatrikulationen findet nicht statt.

Zum Ablauf: Von Anfang an ging der Dekan auf Konfrontationskurs, kündigte zur Eröffnung als allererstes an, die Sitzung umgehend abzubrechen, sobald es zu emotionalen Äußerungen oder sonstigen Zwischenfällen kommen würde, sprach von „militanten“ Protesten und musste dann doch zugeben, dass es keine gab. Er bemängelte, dass keiner von uns sein Gesprächsangebot vor der Sitzung am Montag wahrgenommen hat. Wir verwiesen darauf, dass die Einladung uns viel zu spät erreichte. Kein Kommentar seinerseits. Er änderte plötzlich den, in der Einladung angekündigten, Entschluss, denn nun ging es nur noch um die Aussetzung der Immatrikulationen im Bachelor. Zusätzlich sprach er von einer zeitlich begrenzten Aussetzung (1 Jahr). Er legte einen Brief von unserer zukünftigen (?) Institutsleiterein, Frau Rao, vor, den er gestern Abend angab erhalten zu haben. Seine Interpretation von Raos Aussagen legte zunächst nah, dass sie ihrer Berufung an unser Institut nur folgen wolle, wenn die Immatrikulationen ausgesetzt würden. Mit diesem „Lesen aus dem Kaffeesatz“, wie er es selbst nannte, brachte er die abstimmenden Fakultätsratsmitglieder in die schwierige Lage zwischen zwei bedrohlichen Szenarien zu entscheiden:
1. für eine Immatrikulationsaussetzung und für Frau Rao als Institutsleiterin, die angeblich ihre Stellenannahme an die Aussetzung koppele. Im Folgenden argumentierten Herr Zöllner und Herr Jones, dass die Absage von Frau Rao das endgültige Ende der Ethnologie bedeuten würde.
2. gegen die Immatrikulationsaussetzung, damit gegen Frau Rao aber im Sinne der Studierenden und des Instituts und gegen die Gefahr, dass in der derzeitigen hochschulpolitischen Lage aus einer temporären Aussetzung schnell eine permanente Aussetzung und damit das Institutsende werden könnte.

Das Institut und die Studierenden wurden gegen Frau Rao ausgespielt. Es entstand der Eindruck, dass es sich bei den drei genannten (Institut, Studierende, Frau Rao) um Gegenspieler handele und der Dekan betonte wiederholt, wir würden uns selbst ins Bein schießen. Wir betonten, dass sowohl das Institut als auch die Studierenden hinter Frau Rao stehen und ihre Berufung begrüßen. Als Raos Brief auf Nachfrage vorgelesen wurde, erschien Zöllners Deutung, sein Schreckensszenario zwischen zwei Übeln und Frau Raos Bedingungen wesentlich weniger dramatisch.

Allgemein verlief die ganze Sitzung unter Zeitdruck. Unsere Argumente sollten bereits nach drei oder vier Äußerungen unterbunden werden, ohne Klärung der Sachlage wurde die Abstimmung forciert. Immer wieder wurden kurzfristige Änderungen eingebracht, die Verhandlungsgrundlage und das Verhandelte geändert, Daten und Fakten, auf dessen Grundlage diskutiert wurde, wurden nur schnell verlesen und waren nicht wirklich merkbar oder mitschreibbar.

Sowohl das Institut durch Herrn Bohrmann als auch die Studierenden durch Ida wollen sich mit Frau Rao in Verbindung setzen, damit wir in Zukunft nicht mehr gegeneinander ausgespielt werden können und um jedwede Einwirkungen durch den Dekan, wir würden gegen Frau Rao stehen, zu entkräften.

Schon mal eine gute Bilanz ist, dass mephisto 97.6, LVZ Campus, LVZ und Leipzig Fernsehen über uns berichten.

Aber wie ist das Ergebnis der Fakultätsratssitzung jetzt zu bewerten? Was machen wir als nächstes? Was sind unsere nächsten Ziele?

Da kann jeder vielleicht mal drüber nachdenken, gerne auch eigene Eindrücke von der Sitzung auf dem pad, wo ich diesen Text hinstelle, ergänzen.

https://pad.riseup.net/p/ethno-leipzig

Ich muss sagen, viele Details sind mir nicht mehr im Gedächtnis, weil alles so schnell, ruckartig sich ändernd und emotional angespannt ablief. Was z.b. stand wirklich in Raos Brief?

Lasst uns weiter tanzen, singen, rufen und kreativ sein!
Viele herzliche Grüße in starkem Glauben an die Ethnologie in Leipzig & daran, dass alles gut wird

Carina

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2 Kommentare
  1. Björn permalink

    Es ist mehr eine Frage als ein Kommentar. Nimmt Frau Rao jetzt den Ruf an oder hat sie abgelehnt?

  2. Sorry für die Später Sichtung des Spam Ordners. Frau Rao hat den Ruf angenommen, ganz offiziell.

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